Alex Stoop, Geschäftsführer Spetec im Interview

Im Interview: Alex Stoop, Geschäftsführer Spetec AG

Alter: 40 Jahre  Ι  Wohnt in: Uster  Ι  Lieblingsbuch: Ich bin eher der Filmtyp  Ι  In diesem Fall Lieblingsfilm: Gegen jede Regel mit Denzel Washington und natürlich die Herr der Ringe Trilogie. Ich liebe Science-Fiction und Fantasy  Ι  Lieblingsessen: Egal, Hauptsache Fleisch  Ι  Kinder: Einen Sohn und drei Töchter im Alter von 6, 5, 4 und 2  Ι  Zum Abschalten: Handwerken im und ums Haus  Ι  Zur Beruhigung: Sportfischen auf dem See  Ι  Fürs Glück: Zeit mit meiner Familie

Lebensmotto: «Zum glücklich Leben, musst du mutig sein.»

Das sagte mein Vater immer und ich versuche danach zu leben. Denn meistens sind die Entscheidungen, die dich glücklich machen, nicht diejenigen, die von allen getragen werden. Und es braucht Mut, sich nicht von der Masse in eine Richtung drängen, sondern sich von seinem Herzen leiten zu lassen.

Alex, du kommst aus Brasilien. Sonne. Meer. Strände. Da denken viele ans Auswandern. Und du?

Ich bin mit sechs Jahren in die Schweiz gekommen, somit hat sozusagen mein ganzes Leben hier stattgefunden. Vermutlich hat aber jeder Secondo mal eine Lebensphase, in der er sich fragt, in welche Welt er gehört. Das war bei mir auch so. Ich habe deshalb als junger Erwachsener entschieden, sechs Monate durch Brasilien zu reisen und hatte irgendwann Heimweh nach der Schweiz. Da war für mich klar, ich gehöre in die Schweiz. Trotzdem ist ein Teil von mir Brasilianer und wird es immer bleiben. Keine Frage, ich liebe das Land und ich will auch, dass meine Kinder ihre zweite Heimat kennen und schätzen lernen.

Ich glaube auf jeden Fall, dass sich mir einige Türen aufgrund meiner brasilianischen Seite geöffnet haben. Das Lebenslustige, Bejahende und die offene Art des Brasilianers gepaart mit der Gewissenhaftigkeit, der Hartnäckigkeit und der Seriosität des Schweizers.

 

Du hast ursprünglich Elektriker gelernt. War das schon immer dein Traumberuf?

Nein, eigentlich war es mehr ein Missverständnis. Mich interessierte Elektronik. Wie die meisten ging auch ich zur Berufsberatung und habe da die Liste der Berufe durchgesehen und Elektro-Monteur ausgewählt. Als ich dann am ersten Arbeitstag anstelle Lötkolben und Messgerät, eine Spitzmaschine in die Hände bekam, wurde mir klar, dass Elektro-Monteur nicht das gleiche ist wie Elektroniker (lacht).

Ich hatte aber enormes Glück. Ich habe meine Lehre bei Elektro 4 (früher Elektro Bär) gemacht und hatte einen super guten Chef, dem ich heute noch dankbar bin. Ich war früher sehr stur. Grauzonen gab es für mich nicht. Er und auch die anderen Mitarbeitenden haben aber irgendwie einen guten Weg gefunden, mich abzuholen und mich nicht nur beruflich, sondern auch menschlich vorwärts zu bringen. Ich war insgesamt fast 10 Jahre bei Elektro 4 tätig.

 

Warum bist du nicht Elektriker geblieben?

Ich wollte irgendwann mehr. Ich gehöre zu den wenigen, die sich vor allem ausserhalb der Komfortzone wohlfühlen. Ich brauche Herausforderungen und mag es, wenn etwas nicht definiert ist und darauf wartet, angepackt zu werden. Ich wollte herausfinden, wo meine Grenzen sind.

 

Dann hast du dich weitergebildet?

Ich habe zuerst Vollzeit die Handelsschule gemacht und anschliessend bei Feller halb im Labor und halb im Third-Level-Support gearbeitet. Der Servicebereich und das Arbeiten mit Kunden hat mir Spass gemacht. Mir wurde damals immer gesagt, dass ich gut in den Verkauf passen würde. Aber «Verkäufer» zu sein, hatte bei mir schon immer eher etwas Negatives. Ich dachte immer, die reden viel, verstehen aber nur wenig von der Materie. Trotzdem habe ich mich dann entschieden, es zu versuchen und habe eine Stelle im Aussendienst bei Gunnebo angenommen und wurde später Key Account Manager bei Schlüsselkunden. Und es war überhaupt nicht, wie gedacht. Ich habe neben der Beratung auch komplexe Projekte mit unseren Kunden realisiert und mit ihnen Lösungen erarbeitet. Anschliessend habe ich bei Schneider Electric als Vertriebsleiter für Gebäudeautomation und Sicherheit für Schweiz und Österreich, eine Stelle angenommen. Dort habe ich den B2B-Bereich ausgebaut und zudem eine Strategie für professionelles und nachhaltiges Partnermanagement initialisiert. Das Arbeiten von Mensch zu Mensch und die Pflege von Kunden- und Partnerbeziehungen standen im Fokus.

Aufgrund bevorstehenden Nachwuchses und Familienplanung, habe ich mich entschieden meine beruflichen Reisetätigkeiten zu reduzieren und habe deshalb zu Securiton gewechselt und dort die Profitcenter Zutritts-, Video- und Leitsysteme geführt. Zusammen mit dem übernommenen Team haben wir die internen Strukturen angepasst in Richtung Kompetenz Center, einen eigenen Ausstellungsraum realisiert und neue Vertriebsstrategien entwickelt. Mein Job hat mir total Spass gemacht, nicht zuletzt wegen dem echt super guten Team, das ich leiten durfte.

 

Wie bist du denn zu Spetec gekommen?

Eigentlich habe ich die Stellenausschreibung mehr durch Zufall gesehen. Und sie hat gepasst. Obwohl ich den Sicherheitsbereich sehr spannend finde, hat mir bei Securiton der Gebäudeautomationsteil gefehlt. Es ist eher selten, dass ein Unternehmen diese beiden Bereiche abdeckt und deshalb habe ich mich einfach mal beworben. Beim Gespräch war sehr schnell klar, dass es einfach passt. Menschlich und auch von der Stelle her.

Was hat dich an der Stelle gereizt?

Wie gesagt, sicherlich die beiden Bereiche Gebäudeautomation und Gebäudesicherheit in einer Unternehmung. Aber auch die Möglichkeit etwas zu bewegen, mit einem Team, das seit langem zusammenarbeitet. Was sicher auch ein grosses Plus war, ist die Grösse von 18 Mitarbeitenden. Nicht zu klein und nicht zu gross. Sprich schlagkräftig genug und trotzdem dynamisch.

Was ich sehr spannend fand, ist, dass ich Spetec nicht kannte und dass, obwohl ich gut vernetzt bin im Bereich Sicherheit und Gebäudeautomation. Da gibt es viel zu tun.

Kurz gesagt, Grösse und Fachbereich, gepaart mit Positionierung und Möglichkeiten.

Alex Stoop vor dem NEST der Empa
Alex Stoop vor dem NEST der Empa in Dübendorf, bei dem die Spetec zusammen mit der Schibli-Gruppe Partner in den Units SolAce sowie im DFAB House ist.

Hast du gut angefangen?

Ja sehr. Ich bin sehr positiv aufgenommen worden. Das hat mich ehrlich gesagt, etwas überfordert (lacht). Ich kenne es eher so, dass bei neuen Führungspersonen eine gewisse Zurückhaltung zu spüren ist. Bei Spetec und in der ganzen Schibli-Gruppe überhaupt nicht. Alle sind sehr offen, direkt und freuen sich auf neue Impulse und darauf, gemeinsam etwas zu bewegen.

 

Was spornt dich an?

Den Namen Spetec gibt es ja noch nicht so lange in der Schibli-Gruppe. Bis 2019 waren die Bereiche Gebäudeautomation und Sicherheit unter dem Namen Schibli Gebäudetechnik im Markt unterwegs. Die beiden Kompetenzen gingen im Namen Schibli etwas unter, einem Namen, der einher geht mit hervorragenden elektrotechnischen Dienstleistungen. Wir waren sozusagen ein kleiner Teil des grossen Ganzen. Um das Potenzial der Gebäudeautomation und der Sicherheit auszuschöpfen, wurde dann im September 2019 die Spetec als eigenständige Unternehmung gegründet.

Ich freue mich sehr, die Spetec mit ihren Kompetenzen weiterzuentwickeln und im Markt zu etablieren. Innerhalb der Schibli-Gruppe muss ich Brücken zu den Entscheidern bauen. Ihnen aufzeigen, welchen Mehrwert wir bringen. Dass wenn wir wachsen auch sie wachsen, wir aber gleichzeitig angewiesen sind auf sie. Es ist ein Miteinander zum Gruppen-Erfolg. Wenn wir als Spetec wachsen wollen, müssen wir aber auf jeden Fall auch den Direktvertrieb, sprich die Kunden ausserhalb der Schibli-Gruppe, vorantreiben.

 

Wie führst du dein Team?

Ich würde sagen, ich habe einen kooperativen Führungsstil. Klar habe ich meine Vorstellungen und Visionen. Aber ich weiss, Erfolg geht nur mit den Menschen um mich herum, ob Mitarbeitende oder Kunden. Deshalb lasse ich mich auch auf Ideen und Vorschläge ein.

Ich bin aber auch sehr konsequent. Das merken die Leute meistens am Anfang nicht so, weil ich nicht irgendwo reinkomme, auf den Tisch haue und meine Ideen durchzusetzen versuche. Aber wenn etwas nicht funktioniert oder ein Ablauf sich als falsch erweist, dann falle ich vom emotionalen ins rationale und bin extrem konsequent. Dann entscheide ich, wie es für mich stimmt und nicht für die anderen.

Was macht für dich ein gutes Team aus?

Geist, Kultur und Knowhow. Aber am wichtigsten ist für mich gemeinsam etwas anpacken, zu verändern wollen und alles dafür zu tun. Der Wille, Qualität abzuliefern und stolz darauf zu sein, was im Team erreicht wurde.

 

Ist der Wille auch das, was du an deinen Mitarbeitenden am meisten schätzt?

Es sind sicher die menschlichen Faktoren. Aber immer gemixt mit den Fachkenntnissen. Ich will Leute, die Lösungen suchen und bringen. Mitarbeitende, die an ihren Aufgaben wachsen und dabei immer besser werden.

 

Was nervt dich?

Negativität. Ständiges Jammern, Reklamieren und an Problemen festhalten. Und damit meine ich nicht das Ansprechen von Problemen. Das ist sehr wichtig. Aber man sollte Lösungen suchen und offen sein für neue Ansätze. Auch wenn die manchmal dann vielleicht doch nicht funktionieren.

 

Was macht dich glücklich?

Beruflich, wenn ich Mitarbeitende sehe, die sich gar nicht bewusst sind, was sie können und ich ihnen im Laufe der Zeit aufzeigen kann, wie gut sie sind. So haben es meine früheren Vorgesetzten immer mit mir gemacht. Sie haben mein Potenzial gesehen und mich weitergebracht. Das ist enorm motivierend und bleibt dir fürs Leben. Genauso mache ich es mit meinen Mitarbeitenden auch.

Zu wissen, was man kann ist für mich auch die Basis von Wachstum. Ich bin überzeugt, dass man nicht wachsen kann, wenn man nicht weiss, was man gut kann.

 

Was ist dein bisher grösster beruflicher Erfolg?

Da gibt es keinen bestimmten Erfolg. Es gab bei jeder Stelle Herausforderungen, die ich für mich oder im Team gemeistert habe.

 

Hast du beruflich ein Vorbild?

Ich habe sogar zwei. Der eine ist mein allererster Chef, Louis Schneuwly von Elektro 4. Er hat immer an mich geglaubt und nie aufgehört, mich zu motivieren. Das hat mir als junger Mensch sehr viel Selbstvertrauen gegeben, und ich habe selbst angefangen an meine Fähigkeiten zu glauben. Ich wäre ohne ihn nicht da, wo ich heute bin. Er war auch ein strenger Chef, aber extrem loyal zu seinen Mitarbeitenden und hat ihnen den Rücken freigehalten. Ich orientiere mich in vielen Dingen an ihm.

Der andere ist Marcel Gramman. Er war mein Vorgesetzter bei Schneider Electric. Sein Wissen im Vertrieb und seine strategischen Ansätze sind aussergewöhnlich. Er funktioniert anders als die meisten und sucht – losgelöst von allen Theorien – immer neue Wege. Er packt Dinge mit einer Überzeugung an, die seinesgleichen sucht. Zu ihm passt das Lebensmotto meines Vaters wie die Faust aufs Auge. «Zum glücklich Leben, musst du mutig sein.» Marcel macht einfach und denkt dabei nicht ans Scheitern. Das macht ihn vermutlich so erfolgreich.

 

Lieber Alex, vielen Dank für das Beantworten unserer Fragen. Die ganze Schibli-Gruppe wünscht dir und deinem Team viel Erfolg, Motivation und natürlich Freude bei dem was ihr anpackt.

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